Offener Brief an die PDL

Nun ist es bereits einen Monat her das ich mein FSJ beendet habe. Nun liege ich im Bett, lausche den friedlichen Klängen von Kvelertak und habe mich doch entschlossen einen kleinen Brief an meine PDL zu schreiben. Ob ich ihn wirklich versenden sollte?

 

Sehr geehrter Herr W., Sehr geehrte Frau S.-S.,

vor circa einem Monat habe ich mein Freiwilliges Soziales Jahr in Ihrer Einrichtung beendet. Ich bin froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen, denn am Ende war dieses Jahr eine wirkliche Bereicherung.

Sie können wirklich stolz auf einige Ihrer Mitarbeiter sein. Besonders gefallen hat es mir auf der Konservativen Orthopädie und der Chirurgie. Dort arbeiten einige sehr gute Schwestern, andererseits arbeiten auf einigen Stationen Menschen die ihren Beruf komplett verfehlt haben und besser Gefängnisaufseher statt Krankenschwester/-pfleger geworden wären. Generell besitzt weder das eine noch das andere Krankenhaus die Kapazität Praktikanten, Azubis, etc. aufzunehmen. Den Angestellten fehlt die Zeit und auch die Motivation jemandem etwas beizubringen. Stattdessen werden z.B. die Praktikanten als billige Putzkräfte missbraucht. Dann hätte ich mir auch einen Putzjob für ein Jahr suchen können und hätte wesentlich mehr verdient. Ich wollte kein FSJ machen um putzen zu lernen, sondern um etwas über den Beruf der Krankenschwester erfahren zu können. Den Besuch im OP musste ich mir über Monate erkämpfen. Ich wollte ja nur etwas lernen. Die Organisation meines FSJs war zum Teil katastrophal. Man sagte mir ich bräuchte ein Gesundheitszeugnis welches 20€ koste. Als ich zu einem späteren Zeitpunkt das Gesundheitszeugnis vorlegte, sagte man mir plötzlich das ich das nie gebraucht habe und somit die Kosten auch nicht übernommen werden. Anfangs musste ich ständig hinterher telefonieren wo denn die Seminare stattfinden würden, ich musste einwilligen das Fotos von mir auf Facebook eingestellt werden dürfen, ich musste meine Handynummer angeben. Und auch die Unterstützung die ich von ihnen, Fr. S.-S., manchmal gebraucht hätte, bekam ich nicht. Den Job des FSJ Paten würden sie besser jemand anderem übertragen. Bereits nach einem Monat hätte ich fast gekündigt, da ich unter anderem die Unterstützung die ich gebraucht hätte, nicht bekam.

Im Prinzip können sie froh sein überhaupt noch FSJler zu bekommen. Ich würde keines mehr in ihrer Einrichtung absolvieren.

MfG

 

 

 

P.S. Bei Bedarf werde ich diesen Brief noch verlängern.

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5 Gedanken zu “Offener Brief an die PDL

  1. Hast du den Brief abgeschickt? Wäre so toll gewesen!
    Es ist schade, dass Leute heute so Angst haben, Kritik zu äussern, weil sie einen Bumerang befürchten. Das geschieht nämlich in den seltensten Fällen.
    Schön, dass du so offene Worte gefunden hast! Hoffentlich sind sie angekommen.

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  2. Hallo erst mal,
    ich tu das nicht gerne, aber ich schätze, du wirst in den ersten Monaten deiner Ausbildung auch nicht viel mehr machen, als in deinem FSJ – und ja, damit meine ich vor allem putzen. (Ich spreche aus eigener Erfahrung.)
    Es ist nunmal so, dass die Hygiene im KKH an vorderster Stelle stehen und wie du sicherlich weist, ist mit einigen Keimen wie z.B. MRSA auch nicht zu spaßen.
    Was mich ein wenig erstaunt, ist, dass du erst so spät zum Messen geschickt wurdest, bei uns auf Station ist das eine ganz normale Aufgabe der Schüler(innen), FSJler oder Praktikannten.
    Ich hoffe, du hast trotzdem einen guten Start,
    alles Liebe,
    Nina

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    • Hallo Namensvetterin,
      Mir ist bewusst das ich wohl nicht viel mehr in den ersten Monaten machen werde. Auch ist mir bewusst das Hygiene das A und O im Krankenhaus ist. Damit habe ich auch kein Problem, ist mir im Gegenteil sogar sehr wichtig. Jedoch denke ich das es unnötig ist 3x Mal die Woche die selben Schränke auszuwaschen die eh fast niemand bewusst. Ich weiß nicht ob du verstehst worauf ich hinaus will. Es geht mir darum das ich teilweise keine andere Aufgabe hatte als putzen. Wie gesagt ich wollte das immerhin machen um den Beruf der Krankenschwester ein bisschen kennen zu lernen.
      Das Blutdruck messen etc musste ich mir von der anderen Praktikantin und einem befreundeten Sanitäter beibringen lassen. Kann ja wohl auch nicht angehen.
      Ganz liebe Grüße 😊

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  3. ICH würde ihn abschicken, ja. Aber ich bin auch oft auf Konfrontation aus und deswegen vielleicht nicht unbedingt immer das beste Vorbild.
    Ich finde aber auch, dass man gerade negatives Feedback unbedingt geben sollte, damit die Verantwortlichen die Chance bekommen, etwas an der Situation zu ändern. Auch wenn es einem selber nichts mehr nutzt; die nachfolgenden Generationen haben vielleicht noch was davon.

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