Don’t look back in anger :)

DSC_000001.JPGDies ist ein „kleiner“ Rückblick auf mein gesamtes FSJ.

Mein Leben krempelte ich am 01.09.2015 komplett um. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Morgen. Kein Plan von irgendwas, schüchtern af. Das war ich. Ich stand erstmal 10 min in der Gegend rum bevor ich mich traute jemanden anzusprechen, zumal ich noch nie in diesem Krankenhaus war und mich überhaupt nicht auskannte. Ich sprach schließlich doch jemanden an und ich wurde der Stationsleitung vorgestellt. Ich fühlte mich leider sofort unerwünscht was ich auch war. Auf dieser Station (übrigens Innere) hält man nicht besonders viel von Praktikanten. Dieses Gefühl verging auch nicht. In den 2 Monaten in denen ich auf dieser Station war flossen viele Tränen meinerseits und es gab viel Stress. Letztlich war ich kurz davor mein FSJ abzubrechen. Heute bin ich froh es nicht getan zu haben. Es folgten einige Gespräche und der Ärger konnte begraben werden. Gelernt habe ich auf dieser Station die Basics der Pflege. Also so gut ich mir das abgucken konnte denn erklärt bekommst du nichts.

Trotzdem war ich froh als ich die Station wechselte. Also gings ab auf die Konservative Orthopädie. Dort blieb ich erst einmal 4 Monate. Ich erlebte ein Team welches ich so von der Inneren nicht kannte. Ich hatte am Ende sehr große Probleme dieses Team wieder zu verlassen. Ich bekam sogar Geschenke von ihnen. Wow. Eine Karte mit furchtbar lieben Worten, Geld, Schokolade, Schlüsselanhänger. Vom Team her ist die KO eine 1a mit * Station. Bei Teamgesprächen (auf denen ich nichts zu suchen hatte) bekam ich aber immer was vom Essen ab. Wurde quasi genötigt mir was vom Essen zu nehmen. Weihnachten war besonders schlimm. xD Von der Arbeit eher weniger. Pflege geht gegen null. Putzen macht dafür 90% der Arbeit aus. Die restlichen 10% ist man Fahrdienst. Leute zu Anwendungen fahren oder in den OP. Ich habe aber gemerkt das mir die Pflege um einiges mehr Spaß macht und es daher arbeitstechnisch nicht die richtige Station für mich ist. Gelernt habe ich auf dieser Station nicht wirklich etwas.

Dann folgte die Trennung und ich musste weg vom super Team in ein anderes Krankenhaus. Der blanke Horror für mich. Dachte ich. Ich wechselte wieder auf eine Innere Station. Dort fühlte ich mich zuerst auch nicht recht wohl da das Team etwas eigenartig ist. (Sorry xD) Ich musste mir erstmal ausmachen wie ich mit wem umgehen konnte und wie mein Gegenüber das meint was er mir sagt. eigentlich war ich aber auf dieser Station super happy. Der Stationsleiter ist echt spitze. Ich bekam auch mal ein Lob und er erklärte mir und auch den Azubis verschiedene Dinge. Fand ich total klasse. Eines Morgens schickte er sogar die andere Praktikantin die ganze Station, die nicht gerade klein ist, Vitalwerte erheben und nahm mich mit in die Pflege und erklärte mir einfach alles! Und auch wenn ich zwischendurch eine Frage hatte bekam ich immer eine Antwort. Und auch Schwester E.-M. (wie ich diese Schwester liebe) war einfach klasse. Ich konnte so viel von ihr lernen. Einlauf machen, Braunüle ziehen, Katheter ziehen, Blutzucker messen, Infusionen richten und anhängen. Erstklassig sag ich euch. So müsste das immer sein. Also Shoutout an die 2! An jenem verhängnisvollen Morgen (Drama, baby, drama xD) kam ein Anruf ich wäre ab diesem Morgen auf der Chirurgie. Fu…

Dort lief in den ersten 3 Tagen natürlich erstmal alles schief.( Aller “guten” Dinge sind 3!) Aber es besserte sich. Irgendwann kam ich mit den meisten gut aus. Aber halt nicht mit allen. Und nun bin ich doch sogar tatsächlich traurig das ich gehen muss. Ich muss sagen die Chirurgie gefällt mir besser als die Innere, von den Fällen her die man dort hat. Unbedingt was erklärt bekam ich dort nicht, außer in den letzten paar Tagen weil meine geliebte Schwester S. auf die Chirurgie versetzt wurde. Außerdem bekam ich endlich die Möglichkeit in den OP zu schauen. OP-Schwester Nina ist jetzt irgenwie so n Runnin Gag bei uns in der Familie.In den letzten beiden Tagen bekam ich die Verantwortung für einen „eigenen“ Praktikanten. Die Praktikantin bekam nen Praktikanten, haha. Das zeigte mir jedoch das die Stationsleiterin ein bisschen was von mir halten musste wenn sie mir den Praktikanten aufdrückt. Ich ließ ihn am ersten Tag natürlich ein paar „coole“ Dinge wie z.B. Blutdruck messen machen da ich wusste das es vlt seine einzige Chance sein wird das zu lernen. Denn am nächsten Tag war er, wie zu erwarten, nur noch am putzen. Ich kanns nicht oft genug erwähnen…WIR SIND NICHT EURE PUTZFRAUEN!

Und nun geht es tatsächlich noch einmal für ganze 3! Wochen auf die Orthopädie ins andere Krankenhaus zurück. Etwas unnötig wie ich finde aber ändern konnte ich es auch nicht mehr. Krass wie sich alle gefreut haben das ich wieder da war. Scheinbar habe ich einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Selbst der Hausmeister und die Putzfrauen freuten sich das ich noch einmal zurück kam. Die Arbeit ist wie immer die selbe. Putzen, Essen austeilen, Fahrdienste. Das Team werd ich aber auf jeden Fall vermissen. Sie verabschiedeten sich alle super herzlich von mir. Ich bekam sogar wieder einmal ein Abschiedsgeschenk. Ein Buch für meine Ausbildung. „I care-Pflege“ Man bedenke dieses Buch kostet 70€!

Natürlich darf man die Seminarwochen auf keinen Fall unerwähnt lassen! Das beste am ganzen FSJ eigentlich. Diese Wochen reißen einfach alles raus. Egal wie scheiße deine vorigen Wochen waren, egal wie viel du geputzt hast. Seminarwochen sind love, Seminarwochen sind life. xD Die aller erste Woche war natürlich mega komisch, man kennt niemanden aber das Eis war in unserer Gruppe schnell gebrochen. Was natürlich auch diversen Kennenlern-Spielchen zu verdanken ist und auch Übungen um die Hemmschwelle zu senken z.B. Theaterübungen. Ich kann euch nur empfehlen wenn ihr in eine neue Gruppe kommt und euch solche Übungen und Spiele angeboten werden, nehmt sie war. Es stärkt den Zusammenhalt ungemein. Vorallem baut es euch selbst auf und euch ist nicht mehr so schnell etwas peinlich. Zuerst waren einige dieser Übungen echt Horror aber irgendwann macht es einfach Spaß weil ihr euch nicht allein zum Vollhorst macht. Ich habe Tränen gelacht und das nicht zu wenig. Die zweite Woche war unsere erste Themenwoche. Thema: Religion. Oha, mein Spezialgebiet…#nicht. Aber das war gar nicht schlimm. Wir haben Leute in der Gruppe die sich echt spitze damit auskennen und ihr Wissen teilten statt andere auszulachen. Wir besuchten unter anderem den Hindutempel in Saarbrücken. Spaß macht es immer auch wenn das Thema euch null interessiert, haha. In der dritten Woche war das Thema Politik. Holy shit. Diskussionen bis zum umfallen. Dümmer wird man aber nicht davon. Im Gegenteil. Ausflüge dürfen natürlich nicht fehlen. Wir besuchten den Saarländischen Rundfunk und den Landtag. In der vierten Woche war das Thema Behinderung. Eine sehr interessante Woche wie ich finde. Wir machten das Saarpark Center in Neunkirchen unsicher und schauten wo man z.B. mit dem Rollstuhl Probleme haben könnte und wer hätte es gedacht…das Saarpark Center ist gänzlich ungeeignet für Rollstuhlfahrer. Etwas was man im täglichen Leben gar nicht wahr nimmt. Ich hätte nie gedacht das unsere Umwelt so ungeeignet für Rollstuhlfahrer sein kann. Wir sahen die Welt komplett mit anderen Augen. Die erste und letzte Seminarwoche haben keine Themen, nicht das ihr euch wundert. In der letzten Woche hatten wir unsere Abschlussgespräche und fuhren 3 Tage nach Wiesbaden. Das Gespräch war wie erwartet sehr kurz. „Hast eine super Art aber bist zu still.“ Ums mal kurz zu fassen. xD Unsere Betreuer freuten sich sehr das ich eine Ausbildung gefunden habe. Wiesbaden war wirklich super gewesen.  Alles in allem war es ein super witziger Aufenthalt und ich kann jedem nur ans Herz legen sich Wiesbaden mal genauer anzusehen. Mehr über Wiesbaden erfahrt ihr hier.

Was ich aus diesem FSJ defintiv mitnehme:

-meinen heiß geliebten Sani als neuen guten Freund

-generell neue Freunde und gute Bekannte

-mehr Selbstbewusstsein

-mehr Selbstvertrauen

-mehr Geduld

-mehr Geld ;)

-feste Berufswünsche

-Selbstständigkeit

-Putz-Skills like a boss

Und Dankbarkeit. Ich schätze mehr was ich habe. Ich sehe Tag für Tag wie schnell alles vorbei sein kann.

Also wenn ihr vorhabt ein FSJ zu machen, kann ich euch das nur empfehlen. Ich persönlich würde es noch einmal machen aber nicht im Krankenhaus. Möglicherweise würde ich in eine Behindertenwerkstatt oder in ein Wohnheim etc gehen.

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