Ja, die Klingel ist zum klingeln da :(

6:30 Uhr, Arbeitsbeginn.

Abgesehen davon das ich eigentlich Urlaub habe und trotzdem arbeiten muss…ach andere Geschichte.

Wir drehen wie jeden Morgen unsere Runde durch die Zimmer…messen Temperatur, Blutdruck und Puls. Die Schwester schickt mich schonmal vor zum nächsten Zimmer. Ich begrüße die 3 Herren und denke mir schon: „Hmm, der am Fenster liegt aber komisch im Bett.“ Ich ignorierte es zuerst, da ich dachte er wolle vlt nur aus dem Bett raus und es dauerte einfach ein bisschen. Als er kurze Zeit später aber immernoch so dort saß/lag fragte ich ihn ob alles klar wäre. Er bejahte. Es war allerdings sehr sichtbar das überhaupt nichts okay war. Im selben Moment kam zum Glück die Schwester herein und ich machte sie sofort darauf aufmerksam das etwas nicht stimmte. Sie fragte ob ich schon Temperatur und Blutdruck gemessen hätte. Ich verneinte, so schnell bin ich auch wieder nicht. ;) Aber auch ohne Fieber zu messen fühlte man die ordentliche Hitze. 39,6C. Höchste Eisenbahn. Die Sprache war verwaschen, er zitterte, hatte eingenässt. Sofort rief die Schwester eine Ärztin hinzu da wir dringend ne Braunüle im Arm des Herrn brauchten. Während die Ärztin alles vorbereitete, bezogen wir in Windeseile das Bett samt Patient neu. Er bekam Infusionen. Währenddessen machte sich einer der Bettnachbarn Vorwürfe weil er ausnahmsweise eine Nacht mal fest geschlafen hatte und so nichts mitbekam.Ich beruhigte ihn. Noch während der Chefarztvisite bekam ich Anweisung ihn sofort, natürlich im Bett, zum Röntgen zu fahren. Hallelujah, ich hasse Pflegebetten alleine schieben. Ungesund für den eigenen Rücken, die eigene Psyche weil man sich schnell mal aufregt und den Patient weil man ihn schnell mal gegen die Wand gesetzt hat. Für das Röntgen sollte er aufstehen, was natürlih nicht ging aber er es sich natürlich zutraute. Kaum auf der Bettkante gesessen revidierte er seine Ansicht und sagte das es im Liegen wohl doch schlauer wäre. Gesagt, getan. Als ich dann viele Knackser im Rücken später wieder mit ihm auf Station war, ging es ihm schon deutlich besser. Die Temperatur war mittlerweile auf 38,3C gesunken. Im Laufe des Morgens schickte mich die Schwester zu ihm, zu fragen ob er Urin in die Urinflasche lassen könnte weil wegen U-Status. Ich also hin, fragte, er bejahte. Ich ging wieder raus um eine Urinflasche zu holen da ich nicht gesehen hatte das er eine neben dem Bett hatte. Oh Mann. Ich kam zurück und sah ein blutverschmiertes Bett, eine blutverschmierte Urinflasche, eine blutverschmierte Hand und eine Braunüle die nicht mehr dort saß wo sie sollte. Zum Glück hatte ich Handschuhe an…ich drückte mithilfe des Pflasters auf die blutende Stelle. Er hatte einfach nicht gemerkt das er sich die Braunüle gezogen hatte. Ich überlegte ob das ein gerechtfertigter Grund ist Alarm zu klingeln. Aber ja, natürlich ist es das! Ich klingelte, nichts passierte, dann schwere schnelle Schritte auf dem Flur. 2 Schwestern kamen ins Zimmer und fragten ob alles okay sei. Ich sagte das er sich versehentlich die Braunüle gezogen hatte. Sofort kam die eine Schwester mit Kompressen gerannt, die Blutung stand allerdings schon. Also wieder Bett frisch beziehen, Bett vom Blut befreien, frische Hose für ihn und Urin für uns. Yeah. Ab ins Bad ein bisschen waschen und zurück ins Bett. Zum Glück gab es sonst keine weiteren Vorfälle dieser Art.

Was wir daraus lernen?

Sofort reagieren wenn jemand schief im Bett hängt und keine Scheu zu haben Alarm zu klingeln.

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