Seniorenzentrum Part 2

Heute war mein dritter Tag im Altenheim. 

Und ich kann nach wie vor nur sagen das ich absolut schockiert bin, mich komplett verarscht fühle teilweise und einfach nur noch weinen möchte.

Die letzte Nacht war verdammt kurz. Das schlechte Gewissen plagt mich. Dauernd bin ich hochgeschreckt weil ich von der Arbeit geträumt habe.

Ich bekomme morgens schon zu hören wie langsam ich bin weil ich nur 5 Leute statt 8 in 1,5 Stunden gewaschen bekommen habe. Dann geht es weiter mit: Ja der erste Kurs vom letzten Jahr der war ja viel schneller immer. Krankenpflegeschüler haben sowieso kein Bock auf den Einsatz im Altenheim. Ständig bekommt man Dinge dieser Art unter die Nase gerieben.

Und ich bin halt einfach zu langsam! 

Wenn was nicht passt gibt’s sofort Ärger. Ich wurde dafür gelobt am dritten Tag „schon so viel zu wissen“. (neeeeeeeeiiiiin sie hat das auch nicht sarkastisch gemeint) 

Meine Bitte den dementen Herrn der so gerne fummelt auslassen zu können beim waschen wird konsequent ignoriert. 

Und auch sonst sind alle eher irgendwie so semi nett. Freundlichkeit haben die wenigsten da mit dem Löffel gegessen. 

Kulturschock: Seniorenzentrum 

Ich hatte heute meinen ersten Tag im Altenheim. Und liebend gern auch den letzten. Leider muss ich da jetzt durch.

Ich kam heute morgen auf Station und habe mich vorgestellt, soweit so gut. Alle noch voll nett und freundlich. Je länger ich allerdings da war umso mehr zeigten alle ihre wahren Gesichter. Unglaublich.

Ich muss innerhalb von nicht mal 1,5 Stunden 8 Leute gewaschen haben. Die müssen dann gebügelt und gestriegelt am Frühstückstisch sitzen (wo sie den ganzen Tag dann eig sitzen und wehe sie wollen aufstehen). 

Frühstück gibt es Punkt um. Und wehe jemand braucht länger. Dann wird halt das Marmeladenbrot in den Kaffee geschmissen damit die Bewohner es schneller kauen können. (Kuchen übrigens auch)

Es werden im Akkord die Leute auf die Toilette gesetzt. Und genau dann müssen sie etwas machen. Denn wenn nicht….Richtig….Gibt es Ärger.

Apropos Toilette…Auf Toilette gewaschen wird da auch. 😥

Eine Bewohnerin konnte sich heute nicht mehr halten und hat beim hinsetzen (wohlgemerkt ohne Absicht!!!) meine und die Schulter der Altenpflegerin touchiert. Ihr hättet die Pflegerin mal erleben sollen. Ich hab noch nie jemanden so schreien hören. Ich wurde mittags von anderen Stationen gefragt was denn bei uns los gewesen wäre…Richtig peinlich. Die arme Frau war total verschüchtert und wollte nicht mal mehr mit mir reden. :(

Auch der Umgang mit einem selbst ist nicht Grade prickelnd. Man ist der Dumme für alles. Ich fühle mich überhaupt nicht wohl.

Hygiene wird im Altenheim sowieso ganz klein geschrieben. Intimpflege, Toilettengänge, etc alles ohne Handschuhe. Und ihr glaubt ja nicht das sich da irgendjemand die Hände desinfiziert??

Die Frau mit MRSA sitzt den ganzen Tag auf dem Flur bei den anderen. (übrigens hab ich nur durch Zufall erfahren das die Frau MRSA hat, auf Station hats niemand erwähnt)

Ich wollte mich immer für eine gute Pflege einsetzen. Für eine herzliche Pflege. Pflege mit Liebe. Habe immer gesagt sowas mache ich nicht. Aber was soll ich machen? 

Ich habe keine andere Wahl. Als Schüler bist du total allein. Mein schlechtes Gewissen plagt mich ohne Ende. 

Hilfe? 

Arbeitsmoral

Am Montag habe ich unsere Praktikantin kennen gelernt.

Sie erschien um 6:05 Uhr zum Dienst. Dienstags um 6:15 Uhr. Mittwochs um 6:30 Uhr. Und Donnerstag hat sie s dann auf die Spitze getrieben und erschien um 8:20 Uhr zum Dienst nachdem der Frühdienst mal bei ihr angerufen hatte. Sie macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin in ihrem „Drecks-Betrieb“ wie sie so schön sagt. Als sie am Donnerstag dann endlich mal kam, ging sie einfach los zur ersten Patientin und fing an diese zu waschen, ohne sich anzumelden das sie da ist, ohne sich abzusprechen. Als wir um 11:45 Uhr Frühstückspause machen wollten, kam sie nicht „da sie keinen Hunger hatte“. Nach Aufforderung der Schwester sich wenigstens dazu zu setzen da auch sie Pause machen müsse, kam sie in die Küche, schnappte sich ihre Zigaretten und verließ ohne Worte für 30 min die Station. Sie sitzt sich beinahe den ganzen Tag den Arsch platt, wenn sie etwas macht dann nicht mal ordentlich, sie geht über den Flur und motzt und meckert zum Teil auch über ihre Patienten, etc. Ich frage mich wie man so jemanden mit solch einer Arbeitsmoral auf Menschen los lassen kann. Eigentlich wollte sie in die Krankenpflege, bekam in unserem Krankenhaus aber keine Ausbildung und ist nun in der Altenpflege gelandet „wo es ihr ja sowieso viel viel besser gefällt als in der scheiß Krankenpflege“.

Ahja.

Ach Demenz du …

13:30 Uhr, Dienstbeginn.

Ich: „Kann man euch was helfen?“

Schwester: „Klar, guck mal auf Zimmer 4 da müssen wir schnell frei machen. Die Neuaufnahme ist schon da.“

Und tatsächlich, als ich das Schwesternzimmer verlasse steht die Neuaufnahme inkl Schwester schon im Flur.

Ich beginne also das Zimmer aufzuräumen und zu putzen, die Zimmernachbarin geht heute noch nach Hause, gut so wie sich später rausstellt.

Die Schwester kommt mit der Patientin ins Zimmer: 94 Jahre, dement, Dyspnoe und Ödeme an den Beinen.

Ich stelle mich vor und beginne dann ihre Sachen in den Schrank einzuräumen. Dies wird jedoch unterbrochen: Die Dame versteht die Welt nicht mehr. Wo sie denn wäre, wie sie hier hin gekommen ist, wo ihre Tasche hingekommen sei, das das ja nicht ihr Zimmer wäre, wer denn die komische Frau da im Zimmer sei, das sie auf Toilette müsse, die Sachen die ich da einräume seien gar nicht ihre, der Rollator sei auch nicht da und der blöde Sanitäter hatte bestimmt ihre Tasche geklaut.

Ich erklärte ihr alles, gerne auch öfter. Laut Altenheim würde sie zu Fuß zur Toilette mit Rollator etc. Wie sie das gemacht haben soll, verstand niemand von uns. Es dauerte Ewigkeiten bis ich ihr die Sache mit dem Toilettenstuhl erklärt hatte, aber egal. Letzten Endes sind wir so auf die Toilette gekommen. Eine frische Hose musste her. Auch wieder so eine Sache für sich. Sie hatte nichts eigenes mehr dabei, also musste was von uns her. Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn. Auch hier wurden wieder viele Erklärungen nötig, z.B. warum wir nicht die selben Hosen hier hätten wie sie Zuhause, usw. Auch dieses Problem bekamen wir letztlich gelöst. Zurück im Zimmer konnte ich sie nach einem langen hin und her dazu überreden sich mal ein bisschen auszuruhen.

Verdammt die Übergabe! Na toll, die Kollegen hatten nicht mal gewartet. Das nervte mich ehrlich gesagt schon sehr.

Den ersten Rundgang machte ich mit der Schwester gegen 15:00 Uhr. Hier lief ich ganz mit und es klappte gut. Die Patienten waren gut drauf heute. Das freute mich natürlich. Angekommen in Zimmer 4 ging der Spaß wieder los. Ich war gerade alleine dort weil die Schwester was zu klären hatte. Statt wie sonst 5 min pro Zimmer ungefähr, benötigte ich hier 20 min. Sie hatte wieder so vieles was sie nicht verstand und der Sanitäter, ach der Sanitäter hatte ja ihre Tasche geklaut. Mittlerweile hatte sich die Stationssekretärin beim Altenheim erkundigt und die Tasche lag auch noch dort. Sie hat das Altenheim nie verlassen. Natürlich glaubte die Patientin das zuerst nicht, aber nachdem ich es ihr abends nochmal erklärt hatte, und das die Betreuerin die Tasche besorgt, war sie dann zufrieden. Ich zog dann weiter.

1,5 Stunden später klingelte sie, wohl aus Versehen wie sich später rausstellte. Inzwischen war es 19:00 Uhr. Und diesmal kam ich nicht mehr aus dem Zimmer raus. Ich blieb fast eine Stunde bei ihr. Um zu erklären, 374239 Mal auf Toilette zu gehen, umziehen, ganz ganz viel erklären, etc. Als ich dann aus dem Zimmer raus kam, entschuldigte ich mich bei der Schwester, denn die war zwischenzeitlich alleine rund gegangen. Ihre Reaktion war eine andere als ich erwartete. Sie bedankte sich bei mir das ich mir die Zeit für die Frau genommen hätte und sagte das das alles kein Problem sei.

Zwischenzeitlich fühlte ich mich einfach nur noch matschig im Kopf. Demenz strengt an.

Später ging ich nochmal mit der Schwester ins Zimmer. Blutdruck, Puls, Temperatur messen. Die Frau dazu bewegen sich doch nun mal ins Bett zu legen auch wegen den Ödemen. Mal Strümpfe aus. Die Strümpfe waren aus und die Frau erzählte nun ständig das der Arzt doch gesagt hatte das sie Strümpfe tragen soll und dies das Ananas. Am Ende wurde es uns einfach zu bunt und die Frau bekam die Strümpfe wieder an. Zimmer erledigt.

Um 21:05 Uhr kam ich mal zu meiner 2. Pause (Jugendschutz und so).

Zurück von dieser war der Nachtdienst schon da. Der Pfleger sah mich an und lachte, denn anscheinend sah ich genauso matschig aus wie ich mich fühlte. Die Schwester erklärte ihm dann das ich die ganze Zeit bei der Neuaufnahme gewesen bin. Und im selben Atemzug schickte die Schwester mich nach Hause. So Kollegen braucht  man. <3

Kopfball und Krankenhäuser 

Attention please: Diese Geschichte ist mir erzählt worden, ich war nicht selbst dabei. Es handelt sich bei dem Patienten um einen Bekannten meinerseits der gerade mal 3-4 Jahre älter ist als ich. Handlungsorte sind ein Fußballplatz auf dem Dorf, mein altes Krankenhaus in dem ich FSJ gemacht habe und ein sehr großes Krankenhaus. 
Zwei Köpfe, ein Fußball, ein Ziel! Rein das Ding! Richtig scheiße gelaufen im Nachhinein. 

Die zwei Spieler kamen sich nahe, zu nahe. Der Gegenspieler traf meinen Bekannten mit seinem Kopf mitten im Gesicht. Die Nase blutete. Der Rettungsdienst kam. Meinem Bekannten blutete scheinbar nur die Nase, aber wirklich klar war er nicht mehr, „Dämmerzustand“ (Wortfindungsstörung meinerseits sorry). Nächstes Krankenhaus (mein altes FSJ KH) wirds schon richten. Das Ausmaß der Verletzungen und was noch alles folgen wird war noch nicht bekannt.

Es ging per RTW ins KH. Dort wurde ein CT gemacht. „Ist nichts wirklich, machen aber noch ein Röntgen.“ Beim Röntgen wurde dann festgestellt das doch etwas mehr war. Sofort wurde rum telefoniert in welches Krankenhaus er verlegt werden kann. Er war immernoch nicht wirklich ansprechbar. Ihm wurden dann noch zwei Tamponaden in die Nase gejagt, denn das dumme Ding hörte einfach nicht auf zu bluten. Die Mutter durfte im Privat-PKW hinterher fahren. (Ist das üblich? Der Junge war immerhin schwerst verletzt.) Ihr hatte man immernoch nicht gesagt was los ist, wahrscheinlich weil die Ärzte es selbst nicht wussten.

Angekommen im großen Krankenhaus ging alles ganz schnell. Die Ärzte waren geschockt über die schlechte Versorgung ihres Patienten, vorallem das man den Jungen beide Male ohne Notarzt transportierte. (Die Fahrt ins große KH dauerte immerhin 45 min) Er wurde über 7 Stunden operiert, verbrachte lange Zeit auf der Intensivstation und am Anfang war man sich nicht mal sicher ob der Junge es überhaupt schaffen würde. 
Was er hatte fragt ihr euch?

Schweres Schädel-Hirn-Trauma, Schädelbasisbruch, Trümmerbruch der Nase, 2 maliger Kieferbruch und eigentlich jeden erdenklichen Knochen im Gesicht gebrochen. Er hat heute keinen Geschmacks- und Riechsinn mehr. Weitere Spätfolgen kann man noch nicht absehen. 

Aber er redet schon wieder vom Fußball.

Aber mir kann keiner erzählen das man das alles nicht im kleinen KH erkannt hat. 

Alarm! Alarm!

Sonntagmorgen. Meine Motivation zum Arbeiten hält sich in Grenzen. Ich bin gerade in einem 3-Bett Zimmer um 2 der 3 Männer zu waschen. Pat.1 eig immer Vorlaut aber dieses Mal ein richtiger Engel. Pat.2 super netter Mann. Pat.3 Nervensäge schlechthin und liegt schon sehr lange bei uns.

Pat. 1 ist schon fix und fertig (auch mit den Nerven, wegen Pat. 3), der arme Mann ist mir fast Amok gelaufen. Ich widmete mich Pat.2 zum waschen. Als ich so gut wie fertig war entstand dann folgende Situation:

Anwesenheit ist an, natürlich was auch sonst. Pat.3 schläft, wird wach, sieht wohl das die Infusion leer ist und klingelt-natürlich klingelt es dann Alarm-weil Anwesenheit an. Nicht schlimm, dachte ich noch, passiert schon mal. Ich rannte zur Klingel und drückte sie aus. Schrie gleichzeitig in den Flur das alles okay ist. Pat. 3 war mittlerweile wieder eingedöst. Ich sagte das ich gleich Bescheid sagen würde wegen der Infusion. Er nickte und schlief wieder ein. Keine 2 Min klingelte er wieder. Wieder Alarm. Wieder Klingel ausmachen. Wieder in den Flur brüllen. Wieder sagen das man gleich Bescheid sagt. Wieder schlief er ein. 5 min später klingelte er schon wieder. Alarm. Ausmachen. In den Flur rufen. Nun wurde es mir zu bunt. Ich wurde es unfreundlicher und lauter, das ich der Schwester gleich Bescheid sage, daraufhin maulte er mich an. Ich unterbrach ihn und erklärte zum gefühlt 62384363284 Mal das er nicht klingeln braucht wenn ich im Zimmer bin. Im selben Moment kommt die Schwester rein, denn auch denen wurde es jetzt zu bunt. Nun bekam er von ihr auch noch Ärger, haha. Einsicht? Keine Spur.

 

Visite

Zeit für die morgendliche Visite :) Geil? Neeeee!

Angefangen damit das der Herr leitende Oberarzt nicht mal auf die Assistenzärztin gewartet hat. (Ja, sie war unpünktlich aber mit gutem Grund. Da bekam die Arme erstmal Anschiss.)

Er kam auf die Schwester und mich zu, musterte mich, legte seine Hand auf meine Schulter (Ugh.) und sah sich ganz genau mein Namensschild an, obwohl er mich bereits kennt!)

Erstes Zimmer und schon ist er pampig. Zu der Schwester, zum Patient, zu mir. Er schrieb grade eine Verordnung auf als er sich zu mir rumdrehte, nach meiner Uhr am Kittel suchte, keine fand und mich erstmal anmeckerte das ich eine Uhr zu tragen hätte. Daraufhin antwortete ich etwas schnippig das ich eine Uhr anhabe und zog sie demonstrativ aus meiner Brusttasche. Daraufhin beschwerte er sich das man sich ja da auf den Kopf stellen müsse um da was zu lesen. ES IST JA AUCH MEINE UHR UND NICHT DEINE UND ICH TRAGE DIE UHR WIE ES MIR PASST!

Nächstes Zimmer. Die Uhr hängt über ihm an der Wand. „So Schwesterchen! Jetzt bräuchten wir wieder deine Uhr! *verdreht die Augen* (Ich wüsste nicht seit wann wir per du sind…)

Zur Erklärung: Er —> Gott in Weiß

Aber auch das ist kein Grund so mit uns zu reden. Und ich werde mir das auch nicht gefallen lassen. Bislang wurde ich von den richtig üblen Frechheiten verschont (wollt ihr gar nicht wissen was er sich alles schon geleistet hat, gibt demnächst ein Gespräch) aber auch die, wenn es passieren sollte, werde ich mir nicht gefallen lassen.

„UND WIESO SIND HIER KEINE TACKER AUF DEM WAGEN!?“

Thema: Krankenschein 

Vorab: Gemeint sind nicht die Krankenscheine weil „krank“ sondern krank. 

Als wir von unserem Stationseinsatz wieder in die Schule kamen durften wir uns erstmal einen Vortrag anhören das wir Weltmeister im „krank machen“ wären. Das Ding, 98% von uns waren wirklich krank. Wir steckten uns alle gegenseitig zuerst in der Klasse an und da auf Station niemand Zuhause bleibt wenn er krank ist, steckten wir uns dort wieder an. Ein Weltuntergang.

Ich weiß das wir weiß Gott wie wenig Personal haben, aber ist das ein Grund das ich mich krank zur Arbeit schleppen muss? Das ist weder für mich noch für Patienten und andere Mitarbeiter gut. Mit der Ansicht sind wir (mein Kurs) leider etwas alleine, denn in der Schule wurde uns schon gesagt das wir aufhören sollen Krankenscheine zu machen und gefälligst krank arbeiten gehen sollen. 

Meiner Meinung nach ein No-Go. 

Und ich werde auch weiterhin Zuhause bleiben wenn ich krank bin, fertig.

Aber wen interessiert das schon was ein Kurs von Auszubildenden im 1. Lehrjahr denkt. 

Ich hab sie auch gern. Nicht.

Neuaufnahme! Ich soll doch bitte runter in die Ambulanz latschen und den neuen Patienten abholen. Kein Thema, also gehts runter. Ein älterer Herr, Fotograf, mit offenen Stellen an einem Bein. (Das andere Bein war amputiert, ne Info wäre cool gewesen :D) Da gings schon mal los das er nicht auf meine Haare klar kam aber auf eine positive Art und Weise. Als er meine thailändische Mitschülerin in ihrer Sprache grüßte guckten wir natürlich alle nicht schlecht. :D

Am Anfang verstanden wir uns recht gut, da er sehr freundlich war. Doch je länger er da war umso komischer wurde das ganze, haha. Ich musste sogar meinen Alibi-Freund auspacken und mir ganz schön was ausdenken so interessiert war er. Er fing immer mehr an zu reden wenn man bei ihm im Zimmer war und man kam teilweise gar nicht mehr weg. Und dann drehte er sich um 180° und wurde zum richtigen Idiot. Angefangen hat es mit dem waschen morgens, dabei brauchte er Hilfe da er nicht bis zum Waschbecken kam und somit eine Pflege am Bettrand nötig war. Ich war morgens sehr im Stress und vergaß ihn. Sorry, bin auch nur ein Mensch. ER hätte sich ja wohl auch melden können und mal nochmal nachfragen. Mittags kurz vor Feierabend beschwerte er sich dann bei mir wer denn hier dafür zuständig wäre ihn zu waschen…Ich erklärte ihm das ich ihn vergessen hatte und entschuldigte mich. Ich wies ihn aber auch darauf hin das er sich hätte melden können. Am nächsten Morgen ging ich zu ihm hin und fragte ihn ob ich ihm bei der Körperpflege helfen solle. Er guckte mich doof an und schnauzte mich an wie das denn bitte gehen solle er könne ja nich aufstehen und ein behindertengerechtes Bad hätten wir ja wohl nicht. Ja, haben wir nicht aber dafür kann ich herzlich wenig. Ich erklärte ihm das eine Wäsche auch an der Bettkante möglich ist. Er schaute ganz skeptisch und war sowas von nicht begeistert, willigte aber schließlich ein. Nichts war ihm gut genug, alles war scheiße…Zähne putzen…um Gottes Willen in die Nierenschale spucken!? Meine Geduld wurde immer weniger…aber ich habs überlebt. Mittags sollte ich mit ihm den Anästhsie-Fragebogen (Wie heißt dieses Ding denn nun? xD) durchgehen. Normalerweise eine Sache von 10 min. Ich brauchte geschlagene 45 min. „Frage: Haben sie diese und jene Erkrankung? Ja oder Nein?“ „Seine Antwort: Weiß ich nicht. Ich hab ja keine Diagnose dazu.“ So ging es jede verdammte Frage. Glaubt mir, ich wäre ihm fast ins Gesicht gesprungen. Es is übrigens auch nicht lustig wenn man mich eh schon so zur Weißglut bringt und mich dann noch meint bei den Antworten verarschen zu müssen. Die Leute müssen auch meinen ich wäre zu blöd so einen Bogen auszufüllen. Nachdem ich das geschafft hatte, ohne ihn umzubringen, sagte die Schwester das ich ihr nun beim rasieren bei meinem geliebten Patienten helfen solle, ich müsse das schließlich auch lernen. Ich lehnte dankend ab und musste natürlich erklären warum. Aber sie verstand es. Nächster Morgen, Tag der OP. Ich bereitete ihn auf die OP vor, nochmal waschen, Bett frisch machen, etc. Und dann trieb er es auf die Spitze…er warf mir Inkompetenz vor, das ich ja gar keine Ahnung hätte was ich da machen würde und das total improvisiert wäre. BITTE!? Ich bin vlt im ersten Lehrjahr aber bei weitem NICHT INKOMPETENT. Ich bezog das Bett fertig und ging einfach.

Der Praxisanleiterin erzählte ich später was abging und sie war genauso angepisst wie ich, haha. Sie sagte in Zukunft solle ich sofort zu ihr kommen wenn sowas ist.

Ich weiß es nicht aber ich glaube er hat trotzdem noch Ärger von ihr bekommen. Zu Recht.

Unfreiwilliger Stationswechsel

Dadurch das meine Station über Weihnachten zu machte musste ich zwangsweise auf eine andere Station. Es sollte die andere chirurgische Station werden.

Durch Erzählungen meiner Klassenkameraden erwartete ich nicht allzu viel da alle wenig begeistert waren. Und auch die Schwestern „meiner“ Station waren wenig begeistert als sie hörten das sie dort 1-2 Dienste machen müssen.

Also ging ich zu meiner ersten Schicht auf die andere Station. Glücklicherweise mit einer „meiner“ Schwestern, einer Mitschülerin und einer super netten jungen Schwester. Einziges Problem…die Stationshilfe. So einen Drachen hab ich selten erlebt. Ständig wurden meine Mitschülerin und ich von ihr mit blöden Kommentaren und noch blöderen Aufgaben überhäuft. „So, ich hab die zwei Damen mal beschäftigt, dann stehen die hier nicht so blöd rum.“ Äh, bitte? Leider bringt es nichts das die Schwestern was sagen, zumal eine der beiden ja von der „feindlichen“ Station war. Zum Glück musste ich in diesen zwei Wochen nicht noch einmal mit ihr arbeiten. Die super liebe Stationshilfe die mir alles zeigte darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, ein echter Schatz. Weiter gehts mit der Praxisanleitung der Station. Keiner ist begeistert von ihr, zugegeben sie ist der Typ Mensch entweder kommt man mit ihr klar oder halt nicht. Glücklicherweise kam ich gut mit ihr zurecht und sie ließ mich sogar einfache Verbände wickeln, sie bezog mich in die Dokumentation mit ein und erklärte mir alles auch immer wieder wenn es sein musste, usw. von ihr konnte ich endlich mal etwas lernen. Was auf meiner Station aufgrund mangelnder Patienten nicht wirklich möglich war. Von der Stationsleitung mag ich gar nicht erst anfangen….der Hausdrache schlecht hin.

Aber alles in allem wurde mir wieder Mal gezeigt das man sich immer sein eigenes Bild von den Menschen machen sollte.