Der unsanfte sanfte Riese

Heute war ein toller Dienst.

Wir haben einen neuen Patienten bekomm gestern. Delir bei Demenz. Eigentlich nichts für unsere Geriatrie aber da hält sich ja eh niemand dran. Aber das ist ein anderes Thema.

Der Patient wird vorgestellt als aggressiv und nicht führbar. Wir freuen uns nen Ast ab. Nicht.

Heute morgen gingen wir zu zweit zu ihm zum waschen da wir unsicher waren wie er reagieren wird. Und wir wurden eines besseren belehrt. Er war sehr gut führbar. Er versuchte mitzumachen wo er konnte. Wir beschlossen ihn direkt aus dem Bett zu holen und raus an den Tisch zu führen zum Frühstück. Da wir merkten wie er etwas unruhig wurde, gingen wir bis zum Tisch. Es gefiel ihm. Nach dem Frühstück bekamen wir den Auftrag mit ihm zur Toilette zu gehen, da die Schwester meinte sie hätte eine nasse Hose gefühlt (wollte mit ihr aber nicht gehen) und danach zur Untersuchung. Der mit dem besseren Verhältnis zu ihm solle mit ihm gehen und auch bei ihm bleiben. Nach der anderen Schülerin schlug er sofort. Okay…Neuer Plan. Erstmal etwas Abstand halten. Ich fragte ihn ob er auf Toilette müsse, er verneinte. Die Verständigung klappt nur selten gut da er sich meist nicht mehr richtig artikulieren kann. Die andere Schülerin meinte ich solle mit ihm gehen da er nach mir noch nicht geschlagen hätte. Kein Problem. Ich konnte ihn dann zu einem Ausflug überreden. Da war er sofort Feuer und Flamme. Wir beschlossen dann auch das ich zu Fuß mit ihm zur Untersuchung gehe da ihn das Laufen beruhigt. Man braucht eine starke Hand um ihn zu führen da er was den Weg angeht etwas eigensinnig ist. Er bleibt immer wieder stehen, macht kurze Pausen, möchte scheinbar wissen wo er hingehen muss. Und so schaffen wir es in 20 min von Station zur Sonographie.

Bei der Sonographie angekommen werde ich angekackt warum ich denn mit so einem zu Fuß zur Untersuchung kommen müsse und das sie ja jetzt die ganze Arbeit mit ihm hat. Als ich sagte das ich bleibe weil man ihn nicht alleine lassen kann, war sie etwas beruhigter.

Eine andere Schwester kam und sagte sie müsse noch kurz ins Ohr picken um eine BGA zu machen. Während die Schwester alles vorbereitete erklärte ich ihm ganz genau was die Schwester vor hat und bat ihn mir seine Hände zu geben. Von der Schwester kassierte ich ein leichtes Augenrollen weil ich sie vor warnte das er schlägt wenn man an die Ohren will. Ich hielt seine Hände fest während die Schwester die BGA machte. Er versuchte immer wieder die Schwester zu schlagen. Diese gab mir noch ein Pflaster. Ich erklärte ihm das ich kurz ans Ohr muss und nur ein Pflaster auf die Wunde klebe. Das durfte ich dann tatsächlich auch ohne das er mich versuchte zu schlagen.

Zwischendurch las er mir die Schilder vor die im Flur hingen. Diese konnte er verständlich vorlesen was mich sehr wunderte aber freute.

Als wir reingerufen wurden zur Untersuchung wurde es lustig. Die Schwester, weiterhin nicht begeistert, war viel zu hektisch für meinen sanften Riesen und zog an ihm herum. Auf meine Bitte hin setzte er sich. Mit Handbewegungen und leichtem Druck gegen die Schulter erklärte ich ihm das er sich hinlegen muss. Als ich ihm mit den Beinen helfen wollte, versuchte er tatsächlich zum ersten Mal nach mir zu treten. Dies konnte ich ganz gut abwehren da er sich schnell beruhigt wenn man dieses Schlagen und Treten mit Zureden und leichtem Festhalten unterbindet. Ich erklärte ihm nochmal was ich vorhabe und durfte dann auch mit den Beinen helfen. Die Schwester zog sein Shirt hoch und legte ein Handtuch vor. Er zog es wieder runter. Fand ich okay, der Arzt war sowieso noch nicht da. Er wurde zunehmend unruhig als er dort lag. Also nahm ich seine Hand. Und diese durfte ich auch nicht mehr los lassen. Während der ganzen Wartezeit und der Untersuchung durfte ich seine Hand nicht loslassen. Am liebsten war es ihm scheinbar wenn er spürte das ich seine Hand halte und am liebsten auch noch das ich in irgendeiner Art und Weise sein Bein berühre. Einfach das ich da bin. Alle paar Sekunden hob er den Kopf, würde unruhig. Ein paar Worte und er legte sich wieder zurück, wurde ruhiger, schloss sogar die Augen.

Der Arzt kam und bereitete alles vor. Ich erklärte wieder haarklein was jetzt passiert, das es nur kalt wird aber nicht weh tut. Der Arzt war begeistert von meiner Geduld mit ihm. Als wir fertig waren, wischte ich das Gel von seinem Bauch, half ihm aufzustehen und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Station. Als wir Beim Röntgen vorbei kommen wurde ich wieder angesprochen warum ich denn mit so einem zu Fuß gehen würde…KENNEN WIR DEN PATIENTEN ODER IHR?! Wir brauchten lange bis nach oben aber er war sichtlich ruhiger und entspannter als wir wieder oben waren. Ich durfte auf Station dann auch auf Toilette mit ihm. Sein „Problem“ ist es einfach das er sich scheinbar schämt vor uns die Hose runter zu ziehen. Aber wenn man ihm ruhig erklärt warum, nämlich einfach um auf Toilette gehen zu können, geht’s eigentlich.

Ich habe diesen Menschen einfach sehr ins Herz geschlossen. Scheinbar haben wir einen ganz guten Draht zueinander.

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Feiertag auf der Geriatrie

5:55 Uhr, ich sitze bereits fertig umgezogen im Stationszimmer. Soweit so gut. Ich hatte ja keine Ahnung.

6:30 Uhr, Übergabe war bereits beendet und ich wurde aus dem Stationszimmer gebeten weil es etwas stationsinternes zu erzählen gab. Mir auch egal.

Wir waren in diesem Frühdienst 2 Exam., eine Praktikantin und ich.

Während eine examinierte Kraft durch die Zimmer ging um Vitalzeichen zu messen und Verordnungen abzuarbeiten, waren die andere Pflegerin, ich nenne sie mal Maria, und ich schon auf dem Weg die ersten Patienten zu waschen. Wir beschlossen das wir erst die waschen die gut zu händeln sind und dann zu zweit zu denen gehen die etwas mehr Hilfe brauchen. Ich fing im ersten Zimmer an, die Patientin war furchtbar müde und so waren wir ganz schnell fertig weil sie sich kaum auf den Beinen halten konnte. Die Bettnachbarin bat mich freundlich in einer halben Stunde wieder zu kommen. Alles klar.

Ich habe zum ersten Mal mit Maria gearbeitet und habe sie als sehr symphatisch aber etwas unsicher wirkend kennen gelernt. Sie ist geriatrische Fachkraft. Ich wusste ja nicht was das noch werden wird…Spoiler: Ich fühle mich heute Abend wie 95 Jahre.

Ich ging aus dem Zimmer und lief Maria direkt in die Arme, sie fragte mich ob ich ihr bei einem Patienten helfen könnte. Er war eigentlich bereits vom Nachtdienst gewaschen aber hatte sich komplett eingestuhlt. Tja, zu früh gefreut. Der Mensch, das Bettzeug, das Bett…alles versaut. Ich habe 5 min lang seine eigenen Exkremente unter den Fingernägeln rausgepult. Und 10 min am Katheter desinfiziert weil einfach alles so voll war. Katheterbeutel zu wechseln wäre zu einfach gewesen. Hier merkte man schon die Unsicherheit von Maria, sie fragte mich dauernd wie wir jetzt weiter machen sollen, etc. (Das ist kein Test, so ist sie auch bei den anderen Kollegen) Gut, bei ihm waren wir fertig. Raus an den Tisch zum Essen nd fertig. Auf zur nächsten Patientin, man musste sie wiegen und Maria wollte sie auf Biegen und Brechen in den Stuhl mobilisieren. Die Frau hat eine verkrümmte Wirbelsäule und wirklich starke Schmerzen. Ich fand die Idee mit dem Mobilisieren echt gut, da sie echt schon lange im Bett lag. Aber sie hatte heute scheinbar echt einen schlechten Tag. Selbst das BTM wollte heute nicht wirken. Maria sprach die ganze Zeit davon das sie aufstehen muss, etc. Und wollte sie einfach an den Armen hochziehen. Die Frau schrie auf vor Schmerzen. Ich versuchte ihr zu erklaren warum sie aufstehen muss. Sehr sehr widerwillig ließ sie sich so immerhin an die Bettkante ziehen. Ich schwöre euch ich hätte sie lieber ohne Maria mobilisiert. Ich versuchte sie irgendwie mit meinen bescheidenen Kinästhetik Kenntnissen zu mobiliseren, was auch echt gut funktinierte, für mich und die Patientin. Aber Maria fummelte dauernd irgendwo anders rum und auch auf meine Bitte hin sie alleine mobilisieren zu dürfen, stand sie nur im Weg. Tut mir leid, aber es war so. Die Patientin konnte sich nicht halten. Als ich sie soweit hatte das sie mich umarmte damit ich sie hochheben kann (Kinästhetik und so) und ich auch mit ihr dort stand, fummelte Maria weiter an ihren Armen rum. Ich war echt genervt und die Patientin auch. Nach dem Wiegen wollte sie gerne wieder ins Bett, sie war komplett verkrampft und hatte bereits nasse Augen. Maria pochte darauf das sie im Stuhl frühstückte. In diesen Stuhl durfte ich sie endlich alleine mobilisieren was gut funktionierte. Nach dem Frühstück wollten wir sie wieder hinlegen, und trotz Hinweis an Maria das ich sie alleine rüber hebe weil es angenehmer ist, griff sie trotzdem ein, brachte uns ins Wanken und beschehrte mir Rückenschmerzen des Todes. Danke, für nichts.

So ging das übrigens weiter, sie ließ mich die Patienten die wir mobilisierten fast alleine rausholen weil sie einfach nicht zupackte. Und ich bin jetzt wirklich kein Mr. Hulk der stundenlang schwere Patienten halten und mobilisieren kann. Dementsprechend war meine Laune dann.

Immerhin durfte ich nachher den Verband bei meiner „Lieblingspatientin“ machen. Was heißt machen…es fand sich keine klare Rollenteilung wie ich es sonst kenne bei Anleitungen. Den Pütter Verband durfte ich erst wickeln als ich 2 Mal betonte das es ein Lernziel ist und es wichtig wäre.

Apropos Lieblingspatientin…wiegt 120kg, hat massivste Asszites („Wasserbauch“), Ödeme („Wasser in den Beinen“) des Todes an den Beine und ist einfach nur unfreundlich und bequem. Vor ein paar Tagen viel die Gute in meinem Beisein weil sie nicht gehört hat und einfach aufgestanden ist, zum Stuhl wollte und dann eingesackt ist. Alarm geklingelt. Wir waren 3 Frauen im Spätdienst..nichts was jetzt 120kg bewegen könnte. Unser 70 jähriger Chefarzt stand auch nur dumm daneben und gab Kommentare ab. Super. Zum Glück lief grad der kräftigste Physiotherapeut am Zimmer vorbei den wir haben. Wir haben sie zu 4. hoch gehoben. Der Physio unter den Armen gegriffen, und zu 3. die Beine. Die Frau machte nicht einen Mucks an Anstalten auch nur irgendwie mitzuhelfen. Auch nicht nach einer Ansage. Uns platzte allen fast der Kragen. Und dann beschwert sie sich noch allen Ernstes das ihre Arme jetzt weh tun würden!? Wer fragt denn nach uns!? Heute das gleiche Spiel nochmal. Die Praktikantin war bei ihr und wir hatten vereinbart das sie 5 min wartet bis sie aufsteht damit sie Kräfte sammeln kann. Als ich grade wieder ins Zimmer wollte um zu helfen, sah ich schon das es schon wieder zu spät war. Da saß die Gute vor ihrem Bett auf dem Boden, 3 Pflegekräfte und die Praktikantin um sie rum…keine Anstalten von Hilfe. Zwischendurch wurde das ganze Krankenhaus nach männlichen Pflegern abtelefoniert die helfen könnten. Es haben sich 2 finden lassen und am Schluss mussten wir sie einfach mit 8!!! Leuten hochheben…ich hatte echt die Schnauze voll. Kaum oben auf der Bettkante, stellte sie schon wieder Anprüche, was prompt von der Stationsleitung unterbunden worden ist…soweit kommts noch. Sie klingelte danach im Minutentakt. Es hat nicht viel gefehlt und ich wäre eskaliert. Nachts hat sie wegen dem Gewitter randaliert und die ganze Station geweckt…

Generell war heute Morgen der eine steifer als der andere und alle hatten irgendwas. Wir wurden gerade so mit unserer Arbeit fertig.

Warum es so still geworden ist…

Ich habe lange überlegt ob ich diesen Beitrag schreiben soll…jetzt hab ich mich dafür entschieden.

Es ist still geworden auf meinem Blog. Mein Beitrag über die Zustände im Altenheim ging durch die Decke. Doch seitdem ist einiges passiert. Auch mit mir.

Ich habe Depressionen seit ich 12 Jahre alt bin. Und das Altenheim hat Sachen hervorgeholt die nie wieder sein sollten. Meine Depression verschlimmerte sich. Habe einige Krankenscheine gemacht. Insgesamt über einen Monat.

In der Schule wurde mir viel Verständnis entgegen gebracht, auch heute noch. Meine Lehrer verstehen das und möchten mir helfen wo sie können.

Im Krankenhaus weiß es niemand. Das macht die Arbeit auf Station oft sehr unangenehm da ich es teilweise in „unbeobachteten“ Momenten nicht verstecke. Vor Patienten natürlich immer. Teilweise werden einem nicht besonders nette Kommentare entgegen gebracht. Von wegen ich solle mir einen neuen Job suchen, ich wäre so als Krankenschwester nicht zu gebrauchen, ich würde das so eh nicht schaffen, etc, etc. Sowas möchte man in solch einer Situation natürlich nicht hören.

Zumal es sehr unfair ist. Ich kann nichts für meine Krankheit und ich werde mir auch nicht sagen lassen das ich wegen einer Krankheit die mal da ist und mal nicht (rezidivierende Depression) ungeeignet für einen Job bin. Ich liebe den Pflegeberuf. Und dieser Job hat an sich erstmal nichts damit zu tun.

Dennoch möchte ich nach der Ausbildung raus aus der Pflege. Meine psychische und physische Gesundheit ist mir zu wertvoll um unter solchen Umständen zu arbeiten. Jede Pflegekraft weiß wovon ich rede.

Mein erster Nachtdienst

Vor ein paar Monaten hatte ich meinen ersten Nachtdienst auf Station. Zugegebenermaßen hatte ich echt Angst einzuschlafen. Aber nö.

Ich LIEBE Nachtdienste.

Die Klingel klingelt so selten, alles ist ruhig…eig recht entspannt. Auf meiner Station zumindest.

Nach der Übergabe wird einmal kurz in alle Zimmer geguckt, letzte Wünsche vor der Nacht erfüllen, Schlaftabletten verteilen, Urinflaschen leeren, Patienten zur Toilette begleiten. Danach werden die Infusionen gerichtet und angehängt. Während die Schwester die Infusionen übernommen hat (da man als Schüler ja nichts anderes als Jono anhängen darf), hab ich mich mit Tabletten richten vergnügt. Ich persönlich kann mir so die Medikamente besser merken, wenn ich sie mal in der Hand hatte, weiß wie die Verpackung aussieht, wie die Tablette aussieht, etc. Dauerte bei 25 Patienten knapp 1,5-2 Stunden bei mir. Meist ist es dann ca 1:30 Uhr, Zeit für eine kurze Pause! Nach der Pause folgt ein kleiner Rundgang durch die Zimmer. Wir hatten dann meist ein bisschen Lehrlauf und haben dann das Stationszimmer etwas aufgeräumt und sauber gemacht. Die Schwester kontrolliert zwischendurch meine gerichteten Tabletten. Um 4 Uhr folgt ein weiterer Rundgang. Nun, auf zu meiner Lieblingsbeschäftigung. Patienten waschen! Um 4.30 Uhr in der Nacht nur damit der Frühdienst entlastet wird. Versteht mich nicht falsch, aber Patienten zum Teil extra dafür zu wecken geht einfach gar nicht. Klar, es kann verwirrte Patienten auch beruhigen aber was ich teilweise erlebt hab…nö. Und dann ist es auch schon fast 6 Uhr. Zeit für den Frühdienst. Vorher werden noch Flux die Infusionen für den Frühdienst rausgestellt (nicht gerichtet!). Eine kurze Übergabe und ab nach Hause.

Ich kenne übrigens kein schöneres Gefühl als morgens nach einem Nachtdienst im Sonnenaufgang nach Hause zu fahren.

Sozialstation 

Sehr verspätet kommt dann auch meine Erfahrung die ich mit der Sozialstation machen durfte. 

Zuerst sei gesagt das alleine das Team schon super war. Man fühlte sich integriert und eine Hierarchie suchte man dort vergeblich. 

Auf Sozialstation fährt man verschiedene Touren. Man versorgt die Patienten Zuhause, fährt zum Duschen, Insulin spritzen, anziehen, usw. Ich mag die Idee das Menschen weiterhin Zuhause Leben können und bei „kleinen“ Dingen die einfach nicht mehr funktionieren wollen, Hilfe bekommen.

Zum Beispiel hatten wir ein Ehepaar das sich eig selbst versorgen konnte. Die demente Ehefrau war oft mit dem Hund unterwegs aber fand immer nach Hause. Sie hatten das Haus selbst gebaut und wollten dort am liebsten nicht weg. Einzig und alleine das duschen/anziehen und Verband machen wollte nicht so klappen. Alles andere war super organisiert. 

Wir fingen mit der Frühschicht in „meiner“ Tour meistens um 6:30 Uhr an und fuhren bis ca 12:00 Uhr ohne nennenswerte Pause. Es werden nacheinander die verschiedenen Patienten angefahren. Auf meiner SST war es nun so, das auf dem Diensthandy alles gespeichert war was man brauchte. Die gesamte Tour war dort eingetragen, auch wie viel Zeit man hatte für den Patienten (die Zeit war meistens sehr großzügig gerechnet), Namen, Adressen, Telefonnummern von Ärzten und Apotheken, anderen Diensthandys, etc. 

Der geteilte Spätdienst fing dann wieder um 15:30 Uhr an und ging bis 18:00 Uhr.

Der große Spätdienst ging von 16:00 Uhr bis 21:00 Uhr.
Ich kann mir die SST definitiv als zukünftigen Arbeitsplatz vorstellen.

Sternenkinder 

Eine Geschichte die wohl genauso auf der Gynäkologie kurz vor meinem Praktikum geschah…

Es wurde eine Frau angemeldet, 24. SSW, Schmerzen und Blutungen.

Sie bekam ein Zimmer auf Station zugewiesen. Sie lag alleine im Zimmer. 

Kaum 10 min später, hörte man einen Schrei. So laut, so schrecklich, so voller Schmerz.

Die Frau bekam gerade ihre Zwillinge. In einem Abstand von 20 min.

Die Kinder atmeten 3-4 Mal und waren tot.

Sie bekam ein anderes Zimmer, da sie in mitten der ganzen Familien einquartiert war. Es gab ausreichend Zeit um sich zu verabschieden bevor sie in diesen kleinen Kartons abgeholt wurden. 

R.I.P. M. und L. 

Seniorenzentrum Part 2

Heute war mein dritter Tag im Altenheim. 

Und ich kann nach wie vor nur sagen das ich absolut schockiert bin, mich komplett verarscht fühle teilweise und einfach nur noch weinen möchte.

Die letzte Nacht war verdammt kurz. Das schlechte Gewissen plagt mich. Dauernd bin ich hochgeschreckt weil ich von der Arbeit geträumt habe.

Ich bekomme morgens schon zu hören wie langsam ich bin weil ich nur 5 Leute statt 8 in 1,5 Stunden gewaschen bekommen habe. Dann geht es weiter mit: Ja der erste Kurs vom letzten Jahr der war ja viel schneller immer. Krankenpflegeschüler haben sowieso kein Bock auf den Einsatz im Altenheim. Ständig bekommt man Dinge dieser Art unter die Nase gerieben.

Und ich bin halt einfach zu langsam! 

Wenn was nicht passt gibt’s sofort Ärger. Ich wurde dafür gelobt am dritten Tag „schon so viel zu wissen“. (neeeeeeeeiiiiin sie hat das auch nicht sarkastisch gemeint) 

Meine Bitte den dementen Herrn der so gerne fummelt auslassen zu können beim waschen wird konsequent ignoriert. 

Und auch sonst sind alle eher irgendwie so semi nett. Freundlichkeit haben die wenigsten da mit dem Löffel gegessen. 

Kulturschock: Seniorenzentrum 

Ich hatte heute meinen ersten Tag im Altenheim. Und liebend gern auch den letzten. Leider muss ich da jetzt durch.

Ich kam heute morgen auf Station und habe mich vorgestellt, soweit so gut. Alle noch voll nett und freundlich. Je länger ich allerdings da war umso mehr zeigten alle ihre wahren Gesichter. Unglaublich.

Ich muss innerhalb von nicht mal 1,5 Stunden 8 Leute gewaschen haben. Die müssen dann gebügelt und gestriegelt am Frühstückstisch sitzen (wo sie den ganzen Tag dann eig sitzen und wehe sie wollen aufstehen). 

Frühstück gibt es Punkt um. Und wehe jemand braucht länger. Dann wird halt das Marmeladenbrot in den Kaffee geschmissen damit die Bewohner es schneller kauen können. (Kuchen übrigens auch)

Es werden im Akkord die Leute auf die Toilette gesetzt. Und genau dann müssen sie etwas machen. Denn wenn nicht….Richtig….Gibt es Ärger.

Apropos Toilette…Auf Toilette gewaschen wird da auch. 😥

Eine Bewohnerin konnte sich heute nicht mehr halten und hat beim hinsetzen (wohlgemerkt ohne Absicht!!!) meine und die Schulter der Altenpflegerin touchiert. Ihr hättet die Pflegerin mal erleben sollen. Ich hab noch nie jemanden so schreien hören. Ich wurde mittags von anderen Stationen gefragt was denn bei uns los gewesen wäre…Richtig peinlich. Die arme Frau war total verschüchtert und wollte nicht mal mehr mit mir reden. :(

Auch der Umgang mit einem selbst ist nicht Grade prickelnd. Man ist der Dumme für alles. Ich fühle mich überhaupt nicht wohl.

Hygiene wird im Altenheim sowieso ganz klein geschrieben. Intimpflege, Toilettengänge, etc alles ohne Handschuhe. Und ihr glaubt ja nicht das sich da irgendjemand die Hände desinfiziert??

Die Frau mit MRSA sitzt den ganzen Tag auf dem Flur bei den anderen. (übrigens hab ich nur durch Zufall erfahren das die Frau MRSA hat, auf Station hats niemand erwähnt)

Ich wollte mich immer für eine gute Pflege einsetzen. Für eine herzliche Pflege. Pflege mit Liebe. Habe immer gesagt sowas mache ich nicht. Aber was soll ich machen? 

Ich habe keine andere Wahl. Als Schüler bist du total allein. Mein schlechtes Gewissen plagt mich ohne Ende. 

Hilfe? 

Arbeitsmoral

Am Montag habe ich unsere Praktikantin kennen gelernt.

Sie erschien um 6:05 Uhr zum Dienst. Dienstags um 6:15 Uhr. Mittwochs um 6:30 Uhr. Und Donnerstag hat sie s dann auf die Spitze getrieben und erschien um 8:20 Uhr zum Dienst nachdem der Frühdienst mal bei ihr angerufen hatte. Sie macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin in ihrem „Drecks-Betrieb“ wie sie so schön sagt. Als sie am Donnerstag dann endlich mal kam, ging sie einfach los zur ersten Patientin und fing an diese zu waschen, ohne sich anzumelden das sie da ist, ohne sich abzusprechen. Als wir um 11:45 Uhr Frühstückspause machen wollten, kam sie nicht „da sie keinen Hunger hatte“. Nach Aufforderung der Schwester sich wenigstens dazu zu setzen da auch sie Pause machen müsse, kam sie in die Küche, schnappte sich ihre Zigaretten und verließ ohne Worte für 30 min die Station. Sie sitzt sich beinahe den ganzen Tag den Arsch platt, wenn sie etwas macht dann nicht mal ordentlich, sie geht über den Flur und motzt und meckert zum Teil auch über ihre Patienten, etc. Ich frage mich wie man so jemanden mit solch einer Arbeitsmoral auf Menschen los lassen kann. Eigentlich wollte sie in die Krankenpflege, bekam in unserem Krankenhaus aber keine Ausbildung und ist nun in der Altenpflege gelandet „wo es ihr ja sowieso viel viel besser gefällt als in der scheiß Krankenpflege“.

Ahja.